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Stiftung Speranza
Seit April 2006 engagiert sich eine Gruppe von Unternehmern rund um FDP-Nationalrat Otto Ineichen für Jugendliche, die es auf dem Lehrstellenmarkt besonders schwer haben. Durch die Schaffung von zusätzlichen Lehrstellen soll Schulabgängern mit Lerndefiziten oder sozialen Schwierigkeiten eine neue berufliche Perspektive geboten werden.
Die daraus entstandene Stiftung Speranza, unter der Leitung von Jörg Sennrich, ist seit 2006 im Auftrag der Berufsbildung in mehr als 20 Kantonen in der Schweiz unterwegs. In dieser Zeit wurden einerseits über 8000 neue Ausbildungsplätze geschaffen und andererseits mehr als 250 Jugendliche in eigenen Projekten und Integrationsmassnahmen nachhaltig in die Berufsbildung integriert. Neben den über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern inklusive zwei Lernenden arbeiten mehr als 100 Networker und 50 Freelancer (projektbezogen) für die Stiftung Speranza.
Speranza springt dort ein, wo dem Staat strukturbedingt Grenzen gesetzt sind und schliesst so eine Lücke zwischen Staat und Unternehmertum. Das primäre Ziel ist, die jungen Erwachsenen über die Berufsbildung in den Arbeitsprozess zu integrieren. Kantone und Gemeinden sollen durch das grosse Engagement von Speranza spürbar entlastet werden. Auch diejenigen Jugendlichen, die nach der Schulzeit schlechte Voraussetzungen für eine Lehre mit sich bringen, sollen nachhaltig integriert werden.
Arbeit leistet einen grossen Beitrag zur sozialen Integration und ist ein Mittel, diese zu erreichen respektive zu verbessern. Die Ausbildung bei Speranza verbindet Bildung und Arbeit miteinander und erhöht durch eine individuelle Vorgehensweise die soziale Integration langfristig. Junge Menschen, die durch Speranza den beruflichen Einstieg gefunden haben, sind erfahrungsgemäss sozial besser integriert.
Dank dem nationalen Netzwerk von Speranza und der sehr engen Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern für Berufsbildung und dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie war es möglich, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation, auch im Jahre 2009 mit dem Projekt „Networker“ Unternehmer zur Schaffung neuer Ausbildungs- und Praktikumsplätze zu motivieren.
Speranza darf auf die Unterstützung der Wirtschaftsorganisationen, aber auch auf die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Kantonen und Bund zählen. Der Erfolg von Speranza ist nur möglich durch das optimale Zusammenwirken aller Partner. Speranza ist eine interinstitutionelle Zusammenarbeit, die lebt!
Institut für Bildung IfB
Seit dem 1. August 2009 ist die Stiftung Speranza Trägerin des Instituts für Bildung. Das Institut für Bildung bietet etablierte und nachhaltige Bildungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter bis 25 Jahre an. Das Bildungskonzept basiert auf der Vermittlung von Selbst-, Sozial-, Wirtschafts- und Sachkompetenzen. Die Teilnehmenden profitieren von einem ganzheitlichen und individualisierenden Bildungskonzept. Im Vordergrund steht die Entwicklung und Förderung der einzelnen Person mit dem Ziel der nachhaltigen Integration in die Wirtschaft. Durch die modular aufgebauten Lerninhalte sowie die intensive Unterstützung im Job- bzw. Persönlichkeitscoaching werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Berufsreife geführt. Der Integrationsprozess wird in enger Zusammenarbeit mit den zuweisenden Stellen (Interinstitutionelle Zusammenarbeit, IIZ) bzw. mit den Partner-Unternehmen gesteuert.
Ausbildungsphilosophie
- Der Mensch als Ganzes steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.
- Durch eine ganzheitliche Erkennung von Stärken & Schwächen, Ressourcen & Potenzialen werden Massnahmen für die individuelle Entwicklung und Förderung der Teilnehmenden eingeleitet.
- Alle involvierten Parteien werden in die Arbeit einbezogen (Eltern & Erziehungsberechtigte, Partner & zuweisende Stellen).
Aufbau und Inhalte
Das primäre Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, die von der Gesellschaft und Wirtschaft geforderten Schlüsselkompetenzen zu erfüllen und sie so zur Berufsreife zu führen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es in vielen Fällen einer intensiven und tiefgehenden Aufarbeitung der persönlichen und beruflichen Biografie. Erst durch die Stabilisierung der Persönlichkeit und des Einbezugs des persönlichen Umfeldes kann eine nachhaltige berufliche Integration erreicht werden. Situativ organisierte Arbeitseinsätze finden in Gemeindebetrieben, Partnerfirmen sowie im landwirtschaftlichen Sektor statt.
Intensivwochen und Teilnehmer-Assessment
Die insgesamt acht Intensivwochen sind ein elementarer Bestandteil des Bildungsjahres. Das primäre Ziel der Intensivwochen ist es, die persönliche und berufliche Biografie bzw. die Stärken & Schwächen sowie die Ressourcen & Potenziale der Teilnehmenden umfassend zu analysieren, um den weiteren Integrationsprozess individuell gestalten und fördern zu können.
Drei Arbeitsfelder
Nach den umfassenden Standortbestimmungen werden die Teilenehmenden in drei Arbeitsfelder eingeteilt. Mit dieser Massnahme wird dem individuellen Entwicklungsstand Rechnung getragen. Die Arbeitsfelder sind untereinander durchlässig, so dass die Teilnehmenden im Verlauf des Bildungsjahres flexibel den einzelnen Arbeitsfeldern zugewiesen werden können.
Arbeitsfeld I: Perspektivencamp
Das Perspektivencamp ist ein integraler Bestandteil des Ausbildungskonzeptes. Es ist ein etabliertes Bildungsgefäss für Jugendliche und junge Erwachsene, welche ausgeprägte Mehrfachproblematiken oder Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung aufweisen (Motivationsdefizite, Null-Bock, psychische Belastbarkeit etc.), deren Lösung einer besonderen Massnahme bedarf. Die Teilnehmenden werden während mehreren Wochen bis Monaten aus ihren bestehenden Strukturen bzw. aus ihrem sozialem Umfeld heraus genommen (Time Out). Das primäre Ziel ist es, ihnen eine geregelte Tagesstruktur zu geben und sie so sukzessive auf die berufliche Integration vorzubereiten.
Arbeitsfeld II: Persönlichkeitsentwicklung
Teilnehmende des Arbeitsfeldes Persönlichkeitsentwicklung konnten während der Intensivwochen die geforderten Wirtschaftskompetenzen (noch) nicht erfüllen. Sie weisen i.d.R. Mehrfachproblematiken auf, welche einer Aufarbeitung der persönlichen und beruflichen Biografie bedürfen. Das primäre Ziel ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit individuellen Massnahmen auf das Arbeitsfeld „Berufsintegration“ bzw. auf das Atelier Bewerben und somit auf die Wirtschaft vorzubereiten.
Arbeitsfeld III: Berufsintegration
Das Arbeitsfeld Berufsintegration ist die direkte Nahtstelle zur Wirtschaft. Die Teilnehmenden haben im Verlaufe des Bildungsjahres bewiesen, dass sie die Wirtschaftskompetenzen erfüllen. Nach der Auswertung und Zusammenfassung der Beurteilungskriterien werden ihnen die Speranza-Referenzen für den weiterführenden Bewerbungsprozess erteilt.
Atelier Bewerben
Das Atelier Bewerben ist der Kernbestandteil des Arbeitsfeldes III. Hier wird der Berufswahl- und Vermittlungsprozess gesteuert. Das primäre Ziel ist es, den Teilnehmenden das Fachwissen, die Instrumente und die notwendige Zeit zu geben, damit die berufliche Karriereplanung- und Entwicklung zielgerichtet angegangen werden kann.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen eine realistische Berufswahl anstreben, welche ihren persönlichen und schulischen Fähigkeiten bzw. Möglichkeiten entspricht.
Betreuung
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden von bestens qualifizierten Fachpersonen (Ausbildner, Schulische Heilpädagogen, Psychologen, Erwachsenenbildner, Wirtschaftscoaches) individuell betreut.
Bildung
An einem bis zwei Tagen pro Woche findet der Unterricht statt. Das primäre Ziel ist es, das Basiswissen für die bevorstehende berufliche Grundbildung zu vermitteln bzw. die Bildungslücken zu schliessen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird zu Beginn der individuelle Bildungsstand eruiert. Die Lerninhalte werden in der Folge modular und nach Leistungsniveaus vermittelt. Basis bildet der kantonale Lehrplan des 10. Schuljahres, ergänzt mit Speranza-Wirtschaftsmodulen.
Dauer und Abschluss
Das Institut für Bildung kann während 6, 12 oder 24 Monaten besucht werden und schliesst mit einem Diplom ab. In Absprache mit der zuweisenden Stelle können die Ausbildungsdauer bzw. die Inhalte der Arbeitsfelder (Perspektivencamp, Berufs-integration, etc.) individuell angepasst werden.
Voraussetzungen für die Aufnahme in das Bildungsinstitut
Es werden nur Jugendliche in das Bildungsinstitut aufgenommen, die von einer kantonalen Dienststelle oder durch die Wohngemeinde angemeldet und vorgängig auf die Eignung hin geprüft wurden. Ebenso müssen sie die Grundmotivation für das Absolvieren einer Ausbildung mitbringen.
Das Bildungsjahr startet jeweils im August und dauert 12 Monate bzw. 24 Monate für Jugendliche, welche die Berufsbildungsreife noch nicht erlangt haben.
Weitere Links:
Rückblick Perspektivencamp Aargau, 2008/2009
Interview mit Perspektivencamp-Teilnehmer Stefan Huggenberger
Aufruf pro Lehrabgänger
Medienmitteilung 04/2009
Medienmitteilung 04/2009 (Hotline)
Medienmitteilung 05/2008
Medienmitteilung 10/2007
Medienmitteilung 11/2006
Medienmitteilung 06/2006
Weitere Infos finden Sie auf www.stiftungsperanza.ch
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